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Pfarreiengemeinschaft Lengerich-Bawinkel

Gemeindeseiten Bawinkel

Eine große Kirche an einer langen Straße

100 Jahre neugotische Pfarrkirche St. Alexander in Bawinkel

von Andreas Eiynck

 

Mit einer großen Festwoche unter dem Motto “Miteinander – Leben – Glauben – Feiern” beging die Pfarrgemeinde St. Alexander in Bawinkel im August 2006 die hundertjährige Wiederkehr der Einweihung ihrer neuen Pfarrkirche im Jahre 1906. Über ein Jahr lang hatte sich die katholische Kirchengemeinde mit unterschiedlichen religiösen und geselligen Veranstaltungen auf das Kirchbaujubiläum vorbereitet. Zu dem umfangreichen Programm gehörte auch eine Ausstellung im Backhaus des Heimatvereins, dass im Garten des alten Pfarrhauses sein Platz gefunden hat. Eine Arbeitsgruppe des Heimatvereins unter der Leitung von Franz Lübbers und Hans Brinkmann hatte diese Präsentation gemeinsam mit dem Emslandmuseum Lingen in mehrmonatiger Archivrecherche vorbereitet. Besonders die Dokumente und die alten Baupläne aus dem Pfarrarchiv gaben Einblick in die Historie und die Vorgeschichte jenes Kirchenbaus von 1906, der als Höhepunkt neugotischer Bau- und Raumkunst im Emsland heute nicht nur bei den durchreisenden Autofahrern auf der B 213 weithin bekannt ist.

 

Bawinkel und der Heilige Alexander

Der exponierten Lage an der Hauptfernstraße von den Niederlanden nach Norddeutschland, seit dem Mittelalter bekannt als “Flämische Straße”, verdankt die Kirchengemeinde ihre Entstehung – eine eigenständige Pfarrei Bawinkel ist 1325 erstmals urkundliche belegt – und auch das Patrozinium des Heiligen Alexander hängt mit diesem alten Verkehrsweg zusammen.1 Denn mit der spektakulären Überführung der Gebeine dieses frühchristlichen Märtyrers von Rom nach Wildeshausen im Jahre 850/851 diente die Flämische Straße bald auch als Pilgerweg aus den Niederlanden zu dem neu entstandenen Wallfahrtsort am alten Hunte-Übergang dieses mittelalterlichen Fernhandelsweges.2 Zwei unmittelbar an dieser Straße gelegene Kirchengründungen erhielten das Patrozinium des Heiligen Alexander: Schepsdorf, damals noch zum Bistum Münster gehörig, und Bawinkel im Bistum Osnabrück.

 

 

Vorgängerbauten

Die mittelalterliche Pfarrkirche stand außerhalb des heutigen Dorfes auf dem Gelände des jetzigen Evangelischen Friedhofs. Ihr Turm wurde laut einer Bauinschrift 1506 vollendet.3 Im 17. Jahrhundert übergaben die Oranier als damalige Landesherren der Grafschaft Lingen diese Kirche an die von ihnen eingesetzte Reformierte Gemeinde und verboten 1674 die Ausübung katholischer Gottesdienste. Die alte Pfarrkirche wurde fortan nur noch von den wenigen Calvinisten in Bawinkel für ihre Gottesdienste genutzt.

1717 erhielten die Katholiken in der Grafschaft Lingen unter der neuen preußischen Landesherrschaft die Erlaubnis, sich am Rande der Dörfer einfache Kirchhäuser ohne Türme, Glocken und Orgeln zu errichten. In Bawinkel stand diese Kirche auf dem Schulplatz, etwa an der Stelle des heutigen Hauses Meemann. Das äußerlich schlichte Kirchhaus wurde um 1770 erneuert und erweitert, 1789 erhielt es einen Dachreiter für zwei Kirchenglocken.4

Im Zuge der “Hannoverschen Kultusverordnung” für die Grafschaft Lingen wurde die Reformierte Kirchengemeine Bawinkel 1824 mit der Lengericher Gemeinde zusammengelegt und die alte, verfallene Kirche auf dem Evangelischen Friedhof abgebrochen. Die Katholiken erhielten die Glocken und die Kirchturmuhr, die Reformierten dagegen das Recht, an zwei Tagen im Jahr die katholische Kirche zu benutzen. 1826/27 bekam diese Kirche für ihr erweitertes Geläute einen massiven Glockenturm in einfachen Bauformen. Nach der Einweihung der neuen Kirche im November 1906 wurde die alte Kirche bald darauf abgebrochen.5

 

Der Bau einer neuen Kirche

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts plante die rasch wachsende Kirchengemeinde Bawinkel einen Kirchenneubau, der aber zunächst an den hohen Baukosten scheiterte. Als 1902 auch noch Bramhar, Klosterholte und Haverbeck nach Bawinkel umgepfarrt wurden, platzte die alte Kirche buchstäblich aus allen Nähten. Unter dem neuen Pfarrer Dr. Karl Völker, er wirkte in Bawinkel von 1900 bis 1922, wurde das Bauprojekt zügig in Angriff genommen. Die letzte Entscheidung für den Kirchenneubau fiel vermutlich, als Bischof Hubertus Voß im August 1900 auf einer Firmreise Bawinkel besuchte und dabei auch den vorgesehenen Bauplatz besichtigte.
Nachdem das Projekt somit von höchster Stelle “abgesegnet” war und der Architekt Alfred Tepe aus Düsseldorf die gewünschten Baupläne geliefert hatte wurde im September 1904 mit dem Bau der Fundamente begonnen und am 24. Mai 1905 der offizielle Grundstein gelegt. Die Bauausführung überwachte der Architekt Tepe, der dabei vom Lengericher Baumeister Carl Determann unterstützt wurde. Dieser hatte 1902 bereits das neue Pfarrhaus in Bawinkel errichtet.

 

Grundriss des Kirchenneubaus von Arichitekt Alfred Tepe. Foto © Norbert Janssen

 

Bei der Materialanfuhr nach Bawinkel half die 1904 eröffnete Kleinbahn Lingen-Berge-Quakenbrück. Von der nahe gelegenen Bahnstrecke aus wurde ein Sondergleis bis unmittelbar auf die Baustelle gelegt. Die Sandsteine lieferte die Steinbruchfirma Berentelg in Recke bei Ibbenbüren. Für das Aufschichten der Quadersteine, Säulen und Gewölbe sorgte der Baumeister Wilhelm Bröker aus Havixbeck bei Münster, der dabei von 15 italienischen Bauarbeitern unterstützt wurde.6 Am 22. November 1906 weihte der Osnabrücker Bischof Hubertus Voß das Kirchengebäude ein7, doch war die Innenausstattung zu diesem Zeitpunkt längst noch nicht fertig gestellt.

 

Ein Neubau im Stil der Neugotik

Außenansicht des Kirchenneubaus von 1904/06.

Die Neugotik, also der Neubau von Kirchen nach dem Vorbild mittelalterlicher Sakralbauten in gotischem Stil, war die wichtigste Stilrichtung im Kirchenbau des 19. Jahrhunderts.8 Ab etwa 1840 wurde diese Bauweise für Kirchen und deren Einrichtung allgemein empfohlen. Wichtigste Beispiele dieser Stilrichtung im südlichen Emsland sind die Kirchen in Lengerich, Freren und Salzbergen.9 In der Zeit um 1900 kam die Neugotik im Kirchenbau allmählich aus der Mode. An ihre Stelle traten die Neuromanik, andere historische Baustile sowie zunehmend auch moderne Bau- und Raumformen, oft in Anlehnung an das Vorbild altchristlicher Kirchenbauten.10 Ein monumentales Beispiel für den neuromanischen Baustil im südlichen Emsland ist der 1906, also zeitgleich mit Bawinkel, nach Plänen des Architekten Prof. Ludwig Becker, Mainz, vollendete Turm der St. Bonifatius-Kirche in Lingen.11

Die Kirchengemeinde Bawinkel entschied sich trotz dieses allgemeinen Stilwechsels für einen Neubau im traditionellen Stil der Neugotik. Zwei Vorentwürfe des Osnabrücker Dombaumeister Alexander Behnes (1843-1924) sahen den Anbau einer kleinen Kirche in gotischem Stil an den vorhandenen Kirchturm vor. Die eine Variante war als Basilika mit niedrigen Seitenschiffen, die andere als Hallenkirche mit einem erhöhten Mittelschiff anlegt. Beide Pläne entsprachen allerdings schon hinsichtlich der Größe des Bauwerkes offenbar nicht den Vorstellungen der Kirchengemeinde Bawinkel und wurden daher ebenso verworfen wie weitere Entwürfe eines Architekten Lewandowski aus Flensburg.12 Einen geeigneten Planer fand man schließlich in dem holländischen Kirchenbaumeister Alfred Tepe (1840-1920), neben P.J.H. Cuypers der wichtigste Vertreter der Neugotik in den Niederlanden.

 

Der Architekt Alfred Tepe

Alfred Tepe – sein Vater stammte aus Quakenbrück – wurde 1840 in Amsterdam geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Katwijk studierte er 1861 bis 1864 an der Bau-Akademie in Berlin. Von dem dort propagierten Baustil des Klassizismus wandte Tepe sich bald der Neugotik zu und studierte 1865 bis 1867 bei Vincenz Statz in Köln, dem damals wichtigsten Baumeister der Neugotik im Rheinland.

1867 ließ sich Tepe in Amsterdam nieder und siedelte 1872 nach Utrecht über, dem Sitz des katholischen Erzbischofs und Zentrum des katholischen Lebens in den Niederlanden. Er trat dort ein in die St. Bernulphusgilde, einen Verein zur Förderung der kirchlichen Kunst und speziell der Neugotik in den Niederlanden.

Über 25 Jahre wirkte Alfred Tepe als Diözesanbaumeister des Erzbistums Utrecht und entwarf in dieser Zeit die Pläne für etwa siebzig Kirchen in den Niederlanden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging die Auftragslage für neugotische Kirchenbauten dort allerdings deutlich zurück – der Stil galt in den Niederlanden mittlerweile als veraltet. Nach der Jahrhundertwende erhielt Alfred Tepe dann einige wichtige Aufträge aus Deutschland. Noch während des Kirchenbaus in Bawinkel ließ er sich daher in Düsseldorf nieder und entwarf von dort aus noch eine ganze Reihe neugotischer Kirchenbauten im Rheinland.13

Für Bawinkel lieferte Tepe den Entwurf für eine imposante dreischiffige Hallenkirche mit den für seine Raumauffassung charakteristischen Seitenkapellen im Winkel zwischen Chorraum und Querhaus. Über den Bündelpfeilern im Inneren erheben sich eindrucksvolle Gewölbe mit verschiedenen gotischen Wölbformen. Die geschickte Anordnung der Pfeiler gewährt jedem Besucher den freien Blick auf Altar und Kanzel im fast 50 m langen und über 20 m breiten Kirchenraum.

 

Die äußere Wirkung des Bauwerks

Ein aktueller Blick in den Innenraum der Kirche von 1904/06

Schon von weitem erkennt man in Bawinkel ein typisches Architekturmotiv der neugotischen Bauweise Alfred Tepes: die schlanken, zweibahnigen Doppelfenster in den beiden Langhausjochen. Dieses Doppelungsprinzip wird auch bei den großformatigen Schallöffnungen des Turmes und den Blenden im Giebelfeld des Querhauses aufgegriffen, während die dreibahnigen Querschifffenster von schmalen Spitzbogenblenden eingerahmt werden. Dieses Prinzip der Wandgliederung findet sich an vielen Kirchenbauten Tepes wieder.

Wichtig für das äußere Erscheinungsbild der neugotischen Hallenkirche in Bawinkel ist neben der architektonischen Gliederung der Langhauswände und des weithin sichtbaren Turmes vor allem die Gestaltung der hoch aufragenden Walmdächer. Ein erhaltenes Architekturmodell im Besitz der Familie Witschen in Clusorth-Bramhar zeigt die verschiedenen Varianten der Dachlandschaft, die damals vom Architekten erwogen wurden: drei längs gerichtete Dächer, drei quer gerichtete Dächer mit hohen Giebeln oder drei quer gerichtete Walmdächer.14

Schließlich entschied sich der Kirchenvorstand für eine Ausführung mit zwei quer gerichteten Walmdächern über dem Langhaus und ein Dach mit seitlichen Giebeln über dem Querhaus, dessen Giebelschilde bei dieser Variante umso wirkungsvoller aus den Dachflächen aufragen. So ist die Bawinkeler Kirche äußerlich gekennzeichnet durch die hohen Wandflächen aus Sandstein mit ihrer großmaßstäblichen neugotischen Gliederung, die steil aus der dunkelfarbigen Dachlandschaft aufragenden Querhausgiebel und den auf die äußerste Höhe dimensionierten Turm. Ganz offensichtlich nimmt diese architektonische Disposition Bezug auf die Fernsicht von der Hauptstraße Lingen-Haselünne, zu der die Kirche genau rechtwinkelig angeordnet ist. Von der Straße her wirkt der mächtige Baukörper mit dem hohen Turm, den riesigen Dächern und den fassadenartigen Querhausgiebeln umso majestätischer.

 

Die Ausstattung der Kirche

Zu der vollständig erhaltenen Ausstattung im Stil des Historismus gehört auch der neugotische Hauptaltar von Bildhauer Lukas Memken.

Das wichtigste Ausstattungsstück, den Hochaltar im Stil eines gotischen Flügelaltars, schuf 1911 der bekannte Bildhauer Lucas Memken aus Osnabrück (1860-1934). Die Reliefs mit Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu werden bekrönt von einer Figur des thronenden Christus. Für die Altargemälde sorgte die Malerwerkstatt Repke in Wiedenbrück und für die Polychromierung der Schnitzarbeiten der Franziskanerpater Vigilantius Tewes in Recklinghausen.15

Die Entwürfe Memkens für ein aufwendig gestaltetes Triumpfkreuz sind im Pfarrarchiv noch vorhanden.16 Auch die Kanzel mit Reliefs der vier Evangelisten dürfte aus seiner Hand stammen. Bei der Vorbereitung der Jubiläumsausstellung entdeckten Mitglieder des Heimatvereins unter einer Abdeckplatte der früheren Kommunionbank eine interessante Inschrift: “L. Memken 1908 – C. Siepelmeyer Gehülfe”. Auch dieses Einrichtungsstück stammt demnach aus der Werkstatt Memkens.

Die Chorgestühle fertigte Memkens wichtigster Schüler an, der Bildhauer Ludwig Nolde (1888-1958), der auch die Entwürfe für die Chorgestühle zeichnete und 1936 den Josefsaltar mit die Heiligenfiguren des Konrad, Josef und Isidor lieferte.17

1912 baute die Firma Rudolph Haupt aus Osnabrück eine neue Orgel ein.

Den reich vergoldeten Marienaltar mit einer Figur der thronenden Muttergottes schuf 1923 wiederum Lucas Memken. Das aufwendig umrahmte Bild der Immerwährenden Hilfe malte 1925 der Künstler Arnold Brunstein aus Meppen.18

Für die erste Innenausmalung sorgte der Malerbetrieb Ludden aus Haselünne.19 Die heutige Dekoration der Wände und Gewölbe wurde 1923 durch die Werkstatt Goldkuhle aus Wiedenbrück und den Kirchenmaler Achelwilm aus Lingen erstellt.20

 

Veränderungen durch die Liturgiereform

Mit der farbigen Ausmalung des Innenraumes und der Aufstellung des Marienaltares endete 1923 die eigentliche Bauphase der Kirche. Zwar wurde 1936 noch der fehlende rechte Seitenaltar aufgestellt, doch über mehrere Jahrzehnte blieb der Kirchenraum nun weitgehend unverändert.

Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil(1962/65) beschloss die Katholische Kirche eine Liturgie-Reform, die Ende der 1960er Jahre auch in Bawinkel zu einer Neugestaltung des Altarraumes führte. Die 1908 aufgestellte Kommunion zwischen dem Kirchenschiff und dem Chorraum wurde abgebaut und ein Zelebrationsaltar mit Blickrichtung zur Gemeinde aufgestellt. Hierfür nutzte man einen der erhaltenen hölzernen Barockaltäre aus der alten Kirche.

Entzündet vom Geist des Konzils erstrebte der damalige Kirchenvorstand unter Pfarrer Sierp (1961-1973) eine radikale Modernisierung des Kirchenraumes – auch gegen den Willen weiter Kreise der eigenen Gemeinde. 1968 verschwanden sämtliche Wand- und Deckenmalereien des Innenraumes unter einer nüchtern-weißen Tünche. Das mittlere Chorfenster wurde beseitigt und an dieser auffälligsten Stelle in der Kirche ein modernes Buntglasfenster eingebaut – das so genannte “rote Fenster”. Es zeigte den Zug der Gläubigen zu Gott und entsprach somit in seiner theologischen Konzeption ganz den Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils.

 

Die Restaurierung in den 1980er Jahren

Das “Rote Fenster” – eingebaut 1968 nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil – 1983 ausgebaut und durch seinen Vorgänger ersetzt.

Bei der notwendigen Bausanierung in den 1980er Jahren tauchte erneut die Frage nach einer angemessenen Gestaltung des Innenraumes auf. Strittig war dabei vor allem, ob einige der im Zuge der Liturgiereform erfolgten Änderungen als historische Zeugnisse beibehalten oder aber rückgängig gemacht werden sollten. Pfarrer Hübner und die Mehrheit des Kirchenvorstandes wünschten eine Wiederherstellung des Zustandes um 1920 – die bischöfliche Kunstkommission aus Osnabrück wollte die Veränderungen als Spuren des Konzils sichtbar lassen.

Schließlich wurde das “rote Fenster” ausgebaut und das alte Buntglasfenster rekonstruiert. Bei der Abnahme des weißen Innenanstrichs erwies sich die darunter erhaltene Bemalung von 1922/23 als restaurierungsfähig und wurde vollständig wiederhergestellt. Die Einrichtungsstücke aus der Zeit des Historismus wurden sorgfältig renoviert, so dass die Kirche ihren einstigen Raumeindruck weitgehend zurückgewinnen konnte. Den Abschluss dieser Restaurierung bildete 1988 die Konsekration des neuen Altares, der aus Säulen der alten Kommunionbank gestaltet ist.21

Nicht alle Experten befürworteten damals den in Bawinkel gewählten Weg. Spottnamen wie “Kitschmuseum” und “Bauernmalerei” machten bald die Runde. Heute gilt die St. Alexanderkirche als eine der am besten und vollständigsten erhaltenen Kirchenräume des Historismus im Emsland. Diesen Eindruck unterstreicht ein reich illustrierter Kirchenführer mit zahlreichen Fotos und Detailaufnahmen des Kirchengebäudes sowie Ausstattungsstücke, den die Pfarrgemeinde St. Alexander in Bawinkel zu ihrem Kirchenjubiläum herausgegeben hat.22

 

1 Die örtliche mündliche Überlieferung, nach der Bawinkel einst zur Kirche in Bokeloh gehört habe, läßt sich aus historischen Quellen nicht belegen.
2 Wolfgang Schlüter, Die Translatio S.Alexandri und die Verkehrswege des frühen Mittelalters in Nordwestdeutschland. In: Hermann Queckenstedt (Hrsg.), Heilige Helfer. Die Reliquien Alexanders und Reginas im Spiegel der Osnabrücker Bistumsgeschichte. Osnabrück 2001, S. 65-80.
3 Walter Tenfelde. Zur Geschichte des Kirchspiels Bawinkel. Lingen (Ems) 1982, S.12.
4 Tenfelde (wie Anm. 3), S. 22-25; Pfarrarchiv St. Alexander, Nr. 510, Bd. 1.
5 Tenfelde (wie Anm. 3), S. 27-31.
6 Alle diese Angaben nach einer Kopie der 1906 bei der Kirchweihe eingemauerten Urkunde im Archiv des Heimatvereins Bawinkel.
7 Siehe hierzu auch den Zeitungsbericht im Lingener Volksboten vom 24. November 1906.
8 Zu den Hintergründen dieses Baustils siehe Georg Germann, Neugotik. Geschichte ihrer Architekturtheorie. Stuttgart 1974; Ernst Badstübner, Kunstgeschichtsbild und Bauen in historischen Stilen – Ein Versuch über die Wechselbeziehungen zwischen kunstgeschichtlichem Verständnis, Denkmalpflege und historischer Baupraxis im 19. Jahrhundert. In: Historismus – Aspekte zur Kunst im 19. Jahrhundert. Hrsg. von Karl-Heinz Klingenberg (Seemann-Beiträge zur Kunstwissenschaft). Leipzig 1985, S. 30-49; Mario Kramp, Romantik, Restauration, Religion: Neugotik in Deutschland. In: Jan De Meyer (Hrsg.), Gothic revival. Religion, architecture und style in Western Europa 1815-1914, Leuven 2000, S. 59-88.
9 Siehe hierzu Andreas Eiynck, Von Kirchen und Kapellen. Sakrale Kunst des 12. bis 20. Jahrhunderts im Raum Lengerich-Freren-Spelle. In: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes 40, 1994, S. 196-241; zu Salzbergen Hermann Schnieders, 100 Jahre neugotische St. Cyriakus-Kirche Salzbergen 1903-2003. Salzbergen 2003.
10 Christof Haverkamp, Die “Emsland-Dome” und andere Kirchenbauten des Architekten Wilhelm Sunder-Plaßmann. In: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes 52, 2006, S. 9-58.
11 Andreas Eiynck, 100-jähriges Jubiläum des Kirchturmbaus an der Pfarrkirche St. Bonifatius Lingen 1906-2006. In: Dem Himmel entgegen. 100 Jahre Kirchturm St. Bonifatius Lingen 1906-2006. Hrsg. von der katholischen Pfarrgemeinde St. Bonifatius Lingen 2006, S. 4-19.
12 Pfarrarchiv Bawinkel, Nr. 510, Bd. 1.
13 Zeno Kolks, Tepe, Alfred. In: Emsländische Geschichte 8, 2000, S. 249-251.
14 Die entsprechenden Planentwürfe von Tepe befinden sich im Pfarrarchiv Bawinkel, Nr. 510, Bd. 1.
15 Pfarrarchiv Bawinkel, Nr. 5123.
16 Pfarrarchiv Bawinkel, Nr. 5123.
17 Pfarrarchiv Bawinkel, Nr. 5123.
18 Pfarrarchiv Bawinkel, Nr. 5123.
19 Pfarrarchiv Bawinkel, Nr. 5123.
20 Pfarrarchiv Bawinkel, Nr. 511.
21 Siehe hierzu auch den Artikel “Aus der einstigen Kommunionbank entstand jetzt der Altar” in der Lingener Tagespost vom 15. April 1988.
22 Kirchenführer St.-Alexander-Kirche zu Bawinkel 1906-2006. Hrsg. von der Katholischen Kirchengemeinde St. Alexander Bawinkel.

 

Hier der Link zur Anfahrt: Über Googlemaps

 

Weitere Informationen finden Sie auch unter:

https://www.bawinkel.de/unsere-gemeinde/geschichte/

 

“Darüber hinaus hat eine Gruppe einen Kirchenführer erarbeitet. Hier sehen wir die festliche Übergabe:”

 

v. links: Franz Lübbers, Norbert Janssen, Anton Linger, Pastor Jörg Ellinger, Josef Rolfes, Hans Brinkmann

 

Das kleine Büchlein ist im Pfarrbüro erhältlich.

 

Detailaufnahmen Norbert Jansen Teil 1


Detailaufnahmen Norbert Jansen Teil 2


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