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Pfarreiengemeinschaft Lengerich-Bawinkel

Gemeindeseiten Handrup

Pfarr- und Klosterkirche Herz Jesu Handrup

 

… zur Geschichte,

Handrup, eine ländlich geprägte Gemeinde und erstmals im Jahre 890 unter dem Namen Hestrup urkundlich erwähnt, war noch bis in die zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ohne eigene Kirche. Die Gemeinde gehörte zur Mutterpfarrei im Nachbarort Lengerich, verspürte allerdings den Wunsch nach einem eigenen Seelsorgebezirk mit eigener Kirche. Als dann Anfang 1920 Bruder Bonifatius Berger vom Herz-Jesu Orden auf der Suche nach einem möglichen Standort einer Ordensniederlassung in die Gemeinde kam, machte man sich gemeinsam auf, diese Pläne umzusetzen. Der Bischof von Osnabrück erteilte am 21.04.1920 dem Herz-Jesu Orden seine Zustimmung zum Bau eines Missionshauses. Die Gemeinde konnte unter ihrem ersten Pastor, Pater Liborius Tillmann, am 03.04.1921 den ersten Gemeindegottesdienst (allerdings noch in einem Raum der Volksschule) feiern. Aber bereits im Frühjahr 1922 erfolgte der Umzug in einen Saal des im Bau befindlichen Missionshauses. Diese Notkapelle diente der Gemeinde für mehr als fünf Jahre als Gotteshaus. Die bischöfliche Urkunde über die Errichtung der Kapellengemeinde Handrup ist datiert mit dem 28.11.1923. Nach Pater Tillmann übernahm am 01.04.1924 Pater Wilhelm Mai als neuer Pastor die Seelsorge in der mit diesem Datum neu errichteten Kirchengemeinde Handrup. Von diesem Zeitpunkt an datieren auch die Kirchenbücher und –register. Das Ringen um die seelsorgliche Selbständigkeit sollte allerdings noch weitere Jahrzehnte andauern. Die endgültige Abpfarrung von der Mutterkirche Lengerich erfolgte dann am 28.05.1952 mit der bischöflichen Urkunde und mit Wirkung vom 01.07.1952 konnte sich die Kirchengemeinde Handrup als selbständig betrachten.

 

… die Herz Jesu Kirche

Chorraum 1927

Nachdem das erste Bauvorhaben des Klosters, die Errichtung des Missionshauses, abgeschlossen war, folgte der Bau des Kirchengebäudes. Unter der Aufsicht und Führung von Rektor Pater Franz Loh (Gründer des Herz-Jesu Klosters in Handrup) und Pater Bernard Müller (seit dem 25.07.1926 Pastor der Kapellengemeinde Handrup) entstand das neue Gotteshaus – die Pfarr- und Klosterkirche Herz Jesu. Die Kirche wurde am 07.04.1927 von Bischof Dr. Wilhelm Berning eingeweiht.

Unsere aus Bruchsteinen errichtete Kirche lässt im Inneren helles und klares Licht erstrahlen. „Sie hat nichts von der drückenden Schwere der romanischen Kunst, weist vielmehr nach oben wie die Gotik, hat aber gotischen Ernst beiseite gelassen“ so beschreibt der Besucher schon 1927 seinen ersten Eindruck beim Betreten der Kirche. Und tatsächlich war die Kirche von Handrup ein in dieser Gegend sehr seltener Beleg für die nach dem ersten Weltkrieg allmählich beginnende Auseinandersetzung mit moderner Architektur, mit dem „neuen Bauen“ – u.a. deutlich geworden im Gewölbe, einer eher „gefalteten“ Decke mit dem optischen Eindruck eines sternüberspannten Kubus. Gerade diese, zu Beginn des letzten Jahrhunderts moderne und durchaus gewagte Raumgestaltung, nimmt indes eine theologische Idee des Kirchbaus auf: der Kirchenraum als Abbild und Vorschein des himmlischen Jerusalem.

 

… im Wandel der Zeit

Immer wieder mussten im Laufe der Jahrzehnte am Kirchengebäude Sanierungen vorgenommen werden. Zweimal jedoch kam es zu Renovierungen, die in ihrem Umfang und in ihrer Bedeutung über die üblichen Gebäudeerhaltungsmaßnahmen hinausgingen: 1968 und 2000.

Blick in das Innere der Kirche nach dem Umbau und der Renovierung 1968

1968: Die Fenster der Kirche weit zu öffnen und frischen Wind hineinzulassen – diese Forderung von Papst Johannes XXIII. führte schließlich zu dem kirchengeschichtlichen Jahrhundertereignis, dem Zweiten Vatikanischen Konzil, das er am 11.10.1962 eröffnete – und das der katholischen Kirche tiefreifende Veränderungen und ein neues Gesicht bescherte. Die vom Papst formulierte Pflicht zum „aggiornamento“, zur „Aufdatierung“ der Kirche, wurde für Handrup im Jahr 1968 greifbar in der einschneidenden Renovierung der Kirche. Die baulichen Veränderungen – am augenfälligsten die neue Rückwand des Chorraumes – sind heute aus dem Geist der damaligen Aufbruchsstimmung zu verstehen, dem Willen zur Veränderung, dem der Abschied vom Überkommenen leichter fiel als Bewahrung und Restauration. Die entscheidende Änderung in der Feier der Eucharistie zeigte sich in der Forderung des Konzils, dass die Gemeinde sich wieder um den einen Tisch des Herrn versammeln sollte. Der Priester zelebrierte nun nicht mehr „mit dem Rücken zum Volk“, sondern der Gemeinde zugewandt an einem (Altar-)Tisch, der nicht mehr der traditionelle Hochaltar sein konnte. Auch dem „Tisch des Wortes“, dem Ambo, wurde ein seiner Bedeutung angemessener Platz eingeräumt. Diese Neuentdeckung der Eucharistie als Grundfeier der sich versammelnden Gemeinde führte auch zu der Weisung, dass nur ein einziger Altar errichtet werden soll – in der Konsequenz, dass der Tabernakel nicht als zentrales Heiligtum erscheinen soll, auf das hin der gesamte Raum ausgerichtet ist. So entstand im Rahmen der Renovierung 1968 mit der Abtrennung des Kapellenkranzes durch eine Quermauer und mit der umlaufenden Sitzbank ein Chorraum mit dem vorherrschenden Eindruck einer ganz neuen Geschlossenheit, die dann Altar, Ambo und Altarbild noch unterstützen sollten.

2000: Bei der zweiten grundlegenden Renovierung unserer Kirche sollte nicht einfach ein Zustand restauriert werden, wie er vor der Liturgiereform anzutreffen war. Der entscheidende Gedanke des Konzils, den schon der erste Umbau umsetzen wollte, nämlich die Versammlung um den Tisch des Herrn, bestimmte alle Überlegungen bei der Umgestaltung. Den geöffneten, aufgebrochenen Raum wieder zu erschaffen, Blick und Zugang zum Kapellenkranz möglich machen: dieser Gedanke führte dazu, die Chorraumwand wieder zu entfernen. Die ursprünglichen Kapellen wurden wieder sichtbar. Und mit ihnen die drei Chorfenster, auf denen sich Szenen aus dem Leben des Heilandes und seiner Mutter abspielen: die Verkündigung, die Geburt, die Kreuzigung. Eine vierte Kapelle – links vom Chorraum, gegenüber der Sakristei – konnte als Beichtzimmer eingerichtet werden. Es entstand ein von der Kirche aus neuer „Ausblick“: ein Raum im Ganzen als ausgewogenes Gefüge mit dem Altar als liturgische Mitte, hinterfangen von der dreibögigen Kapellenkranz- öffnung und dem Tabernakel im Zentrum, mit dem Zugang zur Beichtkapelle auf der linken und dem Taufort auf der rechten Seite. Am Heiligabend 2000 fand der erste Gottesdienst nach der Renovierung statt, die am 07.05.2000 begonnen hatte.

 

… Seelsorge in Handrup

Mehr als acht Jahrzehnte lang stellte die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu Priester durch die Abordnung eines Mitbruders die Seelsorgetätigkeit in Handrup sicher. Und auch heute noch bieten die Mitbrüder der Handruper Niederlassung eigene Gottesdienste in der Klosterkirche an und helfen zudem aus bei Messen in der Umgebung.

 

Pastoral betreut wurde die Gemeinde in der Vergangenheit von:

Pater Liborius Tillmann scj
(Pastor vom 03.04.1921 – 31.03.1924)
Pater Wilhelm Mai scj
(Pastor vom 01.04.1924 – 31.06.1926)
Pater Bernard Müller scj
(Pastor vom 25.07.1926 – 10.08.1957)
Pater Theo Sanders scj
(Pastor vom 01.09.1957 – 15.02.1964)
Pater August Stemann scj
(Pastor vom 12.04.1964 – 09.08.1983)
Pater Heinrich Lemper scj
(Pastor vom 23.08.1983 – 17.05.1992)
Pater Karl Hogeback scj
(Pastor vom 13.09.1992 – 31.07.2010)

Unsere Pfarrei Herz Jesu Handrup – seit dem 01. August 2010 geleitet von Pfarrer Heiner Mühlhäuser – gehört seit diesem Zeitpunkt der neu gebildeten Pfarreiengemeinschaft Lengerich-Bawinkel an.

 

 

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